
Einmal mehr verwandelte sich die Höhematte diesen Sonntag zum Mekka für den Leichtathletiksport – oder besser gesagt: Die «Schnellsten» Sprinter der Regionalwettkämpfe der letzten Monate durften im Berner Kantonalfinals noch einmal so richtig Gas geben und um die begehrten Plätze des Schweizer Finals sprinten.
Rund 350 Nachwuchssportlerinnen- und Sportler waren es, die sich unter lauten Anfeuerungsrufen von Familie, Freunden und Bekannten in den Wettkampfmodus wagten und voller Begeisterung losspurteten. Was das Ganze noch etwas spezieller machte: Mit dabei waren auch die beiden bekanntesten Berner Sprinterinnen, Mujinga und Ditaji Kambundji, ihrerseits mehrfache Medaillengewinnerinnen an internationalen Kräftemessen – da schoss der Puls bei den «Stars von Morgen» doch gleich nochmal etwas mehr in die Höhe.

Nachwuchsförderung wird gross geschrieben
Und der Sprintevent für den Nachwuchs, bei dem Visana seit vergangenem Jahr Namensgeberin und Partnerin ist, hat Tradition: Bereits seit über 60 Jahren haben junge Sportler die Möglichkeit ihren Idolen nachzueifern. Das Ziel: Die Begeisterung der Bewegung und insbesondere der Leichtathletik für die Kinder erlebbar machen. Und da tragen die Begegnungen mit ihren Vorbildern natürlich bei – Emotionen, unvergessliche Momente: genau für das steht einer der grössten Nachwuchswettkämpfe in der Schweiz.
Das war auch an diesem Sonntag so, an dem Zuschauer, «Anfeurer» und eben auch die Stars so manche Sprinterin oder manchen Sprinter mit einem strahlenden Lächeln im Ziel in Empfang nehmen konnten.

Wer ist der Schnellste?
Die zehn bis fünfzehn Jährigen mussten sich ihren Startplatz für das grosse Finale mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau erst verdienen. Der vom Turnverein Unterseen durchgeführte Wettkampf ist dabei die letzte Hürde vor dem Schweizer Final – es qualifizieren sich die zwei Schnellsten pro Kategorie.
Und das ideale Sportlerwetter und die gute Stimmung nutzten gleich mehrere Athleten aus, um sich im Vergleich zu den regionalen Ausscheidungen noch einmal zu steigern. Fast 250 Mal wurde am Kantonalfinal die persönliche Bestleistung (PB) verbessert. Tagesschnellste über 80 Meter war Carina Stettler vom TV Länggasse Bern mit einer Glanzzeit von 9,58 Sekunden (PB). Noch etwas schneller war Luca Marrocco (M15) von LC Kirchberg mit 9,25 Sekunden (PB) – auch für ihn hiess es: Tagesbestzeit.

Der Anfang des Erfolgs
Besonders gefördert wird die Leidenschaft zur Leichtathletik beziehungsweise zum Sprint bei den «Kids» auch durch Botschafter, wie es eben Mujinga Kambundji und ihre Schwester Ditaji Kambundji sind. Sie selbst waren am Anfang ihrer Karriere dort, wo die Nachwuchssportler jetzt stehen: an regionalen Ausscheidungen. Mittlerweile gehören sie zur Weltspitze, sorgen regelmässig auf der internationalen Bühne für Aufsehen und trugen in den letzten Jahren grundlegend zum Schweizer Erfolg in der Leichtahtletikszene bei – für sie sei es, gerade weil sie auch mal klein angefangen haben, eine Herzensangelegenheit beim Visana Sprint in Interlaken dabei zu sein und die Kinder für den Sport zu begeistern.
Mujinga Kambundji ist eine Schweizer Leichtathletin. Die im Jahr 1992 geborene Bernerin hält die Schweizer Rekorde im Sprint über 60, 100 und 200 Meter. 2022 war ihr bislang erfolgreichstes Jahr mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Hallenweltmeisterschaften in Belgrad über 60 Meter sowie Gold und Silber bei den Europameisterschaften in München über 200 und 100 Meter. Für ihre grandiosen Erfolge wurde sie vergangenes Jahr dann auch zur Sportlerin des Jahres in der Schweiz gekürt.
Ditaji Kambundji ist eine Schweizer Hürdenläuferin, die sich auf den 100-Meter-Hürdenlauf spezialisiert hat. Ihren ersten grossen Triumph feierte Ditaji, die zehn Jahre jünger ist als ihre Schwester Mujinga, dabei an der U20-Europameisterschaft im finnischen Tallinn. In den Jahren darauf kämpfte sie sich immer näher an die Weltspitze heran und belohnte sich letzten Sommer an der EM in München mit der Bronzemedaille über 100-Meter Hürden. Gleiches gelang ihr nur wenige Monate später in der Halle. Auch dort durfte sie sich Bronze umhängen lassen – dieses Mal über die 60-Meter-Hürdendistanz.

Gesundheit steht an erster Stelle
Weshalb sich das Nachwuchsprojekt so grosser Beliebtheit erfreut liegt in erster Linie auch am Einsatz der Mitgliedervereine, die den jungen Sprintern die Möglichkeit bieten, sich nicht nur sportlich zu betätigen – was der Gesundheit förderlich ist – sondern sich auch im Wettkampf zu messen.
Die Schweiz soll so, «fitter und gesünder» gemacht werden und genau deshalb passt die Partnerschaft zwischen dem Krankenversicherer Visana und der Veranstaltung wie auch zu Botschafterin Mujinga Kambundji so gut zusammen. «Wir möchten nah bei den Leuten sein und mit dem Visana Sprint sind wir genau das. Unser Anspruch ist es, noch mehr nahbare Erlebnisse in der Leichtathletik zu ermöglichen sowie mit dem Highlight des Kantonalfinales in Interlaken, mitten in der Stadt», sagt Lorenz Hess, der Verwaltungspräsident von Visana.
Ein voller Erfolg
Doch nicht nur sportlich gab es für Sprinterinnen und Sprinter und die Zuschauer auf der Höhematte einiges zu erleben: Auch abseits der Wettkämpfe war an den verschiedenen Ständen einiges los.
Fast 2000 Gäste fanden den Weg ins Berner Oberland – waren entweder mittendrin oder dann als Unterstützer auf den Fanrängen. Sieger gab es aus diesem Grund nicht nur auf der Sprintstrecke, oder besser gesagt im Zielraum, sondern auch auf dem ganzen Wettkampfgelände.
So konnte man viele verschiedene Preise gewinnen: Beispielsweise gab es die Möglichkeit bei einem Buzzer so schnell wie möglich an die Topzeit von Mujinga Kambundji (10,89 Sekunden) heranzukommen – das Ziel: Ein Gefühl dafür bekommen, wie schnell die Bernerin die 100 Meter absolviert.

Doch neben Zeitggefühl war auch Kunst gefragt. So erhielten die Nachwuchssportler die Gelegenheit ihre Sneaker beim Graffitikünstler Tones Rock aufhübschen zu lassen – beispielsweise fand der Name auf den Schuhen Platz. Und natürlich durfte auch eine Art Fotowand nicht fehlen: Mit Schweizer Fahne in der Hand konnten sich die «Kids» vor einer Leinwand mit Leichtathletikstadion im Hintergrund ablichten lassen – vielleicht wird dies ja auch schon bald einmal Realität … wer weiss.
Nun wartet das Finale
Es war ein absolut gelungenes Kantonalfinale und das werden einem wohl nicht nur die jungen Sportlerinnen und Sportler, die das Wettkampfgelände am Abend zwar müde aber mit einem breiten Grinsen verliessen bestätigen.
Am 17. September findet dann das Schweizer Finale in Freiburg statt, wo das Organisationskomitee des CA Belfaux sich um alles kümmert, um den Kindern vor Ort den roten Teppich auszurollen.
Weitere Informationen sowie Live-Resultate finden Sie auf www.tvunterseen.ch
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